Start
19 | 09 | 2017
PDF  | Drucken |

Das Zimmererhandwerk


Zimmerer/Zimmerin – Ein Beruf mit Zukunft

Von den Blockbauten der Bronzezeit bis zu den modernen energiesparenden Häusern in Holzbauweise und den aufsehenerregenden Ingenieurkonstruktionen in Holz reicht die Geschichte des Zimmererberufs. Nach der Blütezeit im Mittelalter, aus der bis zu 750 Jahre alte Fachwerkhäuser erhalten sind, hat heute eine neue Ära des Bauens mit Holz begonnen.

Die Ausweitung der Aufgaben für den Zimmerer ist verbunden mit einer raschen Entwicklung der Werkstoffe und Systeme sowie der Werkzeuge, Maschinen und Anlagen. Besonders deutlich wird der zukunftsorientierte Wandel bei der EDV-gestützten Konstruktion, Fertigung und Organisation im Holzbau. Der Zimmererberuf ist einer der vielseitigsten am Bau.

 

Das Tätigkeitsspektrum des Zimmerers

Der Holzbau und der Ausbau, das heißt Bauwerke und Bauwerksteile in Holzkonstruktion und der trockene Ausbau, bilden die Hauptaufgaben des Zimmerers. Sie reichen von der Herstellung von Dachstühlen und einzelnen Holzbauteilen bis hin zur Erstellung kompletter Gebäude in Holzbauweise einschließlich des Ausbaus.

Dabei betreffen sie sowohl den Neubau als auch die Sanierung und Modernisierung bestehender Bauwerke im Hochbau und im Tiefbau. Bau- und Ausbauaufgaben für den Zimmerer stellen sich in allen Bereichen. Im Wohnungsbau, im öffentlichen Bau wie im Gewerbe- und Industriebau.

Der Zimmerer übernimmt seine Aufgaben verantwortlich im Team und allein, und zwar in allen Phasen der Bauausführung: von der Konstruktion über die Vorfertigung und die Montage bis hin zum Ausbau und zur schlüsselfertigen Leistung.

Dabei sind die Arbeitssicherheit, der Gesundheitsschutz, der Umweltschutz und die Qualitätssicherung wichtige Elemente seiner Tätigkeit.

Der Zimmerer baut Dächer, Häuser und Zweckgebäude in Holzkonstruktion und errichtet Hallen, Brücken und Türme in Ingenieurholzbauweise. Anbauten und Aufstockungen zählen ebenso zu seinen konstruktiven Tätigkeiten.

Im Ausbau übernimmt der Zimmerer den Wärme- und Feuchteschutz, zum Beispiel für Niedrigenergie- und Passivbauweisen, und ferner den Schallschutz und den Brandschutz. Sein Tätigkeitsbereich umfasst weiter den Ausbau an Boden, Wand und Decke im Neubau wie bei der Modernisierung, beispielsweise im Dachausbau, sowie auch den Treppenbau.

Zu seinen Tätigkeiten gehören außerdem die Dachdeckung, der Einbau von Gauben, Erkern und Dachflächenfenstern und die Bekleidung von Fassaden mit integriertem Wärmeschutz.

Arbeitsgerüste, Lehrgerüste und Schalungen, Holzbauten im Garten- und Landschaftsbau und schließlich Holzkonstruktionen im Wasserbau runden das Tätigkeitsspektrum ab.

 

Die Arbeitsmittel des Zimmerers

Der Zimmerer arbeitet mit Holz und mit der gesamten Palette der Holzwerkstoffe, außerdem mit den Werkstoffen des Trockenbaus, mit Gipswerkstoffen, Faserzementwerkstoffen, Dämmstoffen, Folien und mit Bedachungsmaterialien. Für die Verbindungen verwendet er Nägel, Schrauben, Dübel und eine Vielzahl speziell für den modernen Holzbau entwickelter Verbindungsmittel.

In seiner Arbeit nutzt der Zimmerer moderne, handliche Maschinenwerkzeuge, stationäre Maschinen und computergesteuerte Anlagen, ebenso aber auch die traditionellen Zimmererwerkzeuge und Werkstoffe, beispielsweise in der Restaurierung von Baudenkmälern.

Der Umgang mit Zeichnungen, Durchführung von Berechnungen und die Umsetzung erfordern neben handwerklichem Geschick auch theoretische Kenntnisse und räumliches Vorstellungsvermögen.

Auf der Baustelle montiert er die Bauteile zum Bauwerk und komplettiert es im Ausbau. Die verschiedenartigen Werkstoffe und Systeme, die Anforderungen der Standsicherheit und der Bauphysik, die Arbeit mit Werkzeugen, Maschinen und Computern erfordern differenzierte Kenntnisse und Fertigkeiten. Die breitgefächerten, verantwortungsvollen Tätigkeiten des Zimmerers kennzeichnen einen interessanten zukunftsorientierten Beruf.